
Was sich aus Ubers Corporate Design von 2016 lernen lässt
Archivbeitrag mit redaktionell überarbeitetem Inhalt
Dieser Beitrag betrachtet den 2016 eingeführten Uber-Auftritt als historisches Beispiel. Er beschreibt nicht das heutige Logo. Die damalige Änderung zeigt, welche Fragen entstehen, wenn ein bekannter Dienst eine neue visuelle Sprache sucht.
Nicht nur das Logo verändert sich
An die Stelle des früheren dünnen Schriftzugs traten kräftigere Buchstaben; das App-Symbol basierte auf einem neuen Zeichen mit Bezug zu einer Rasterstruktur. Die Gestaltung sollte technologisch und zugleich zugänglich wirken. Lokale Farb- und Mustervarianten zeigten, dass ein globales System Raum für seine Umgebung lassen kann.
Wiedererkennung muss geprüft werden
Ein neues Zeichen kann sorgfältig ausgearbeitet und dennoch ungewohnt sein. Ein großer Präsentationsentwurf reicht nicht: App-Symbol, kleine Wortmarke, Navigation und echte Nutzungssituationen zählen ebenfalls. Geschäftliche Veränderungen lassen sich nicht allein dem Logo zuschreiben. Für eigene Projekte ist entscheidend, Ziel, bewährte Erkennungsmerkmale und Übergang gemeinsam zu planen.
- Grundidee: Die historische Betrachtung folgt den damaligen Zielen und der Verbindung digitaler und physischer Welt.
- Varianten: Lokale Farben und Muster bleiben mit einem gemeinsamen Kern verbunden statt eigene Marken zu bilden.
- Einführung: Reale Icongröße und vorhandene Wiedererkennung brauchen Tests außerhalb der großen Präsentation.
Die Entscheidung im Jahr 2016 einordnen
Der vorgestellte Auftritt gehörte zur damaligen Uber-Geschichte. Das Unternehmen versuchte, digitale und physische Welt in einer gemeinsamen visuellen Idee zu verbinden. Der Ansatz „bits and atoms“ kombinierte beständige und variable Teile eines globalen Systems. Die gestalterische Aufgabe bestand darin, einen eigenen Charakter und lokale Anpassung gleichzeitig zu ermöglichen. Betrachte die damalige Vorstellung deshalb nicht als aktuelle Markenregel und beginne die historische Analyse nicht beim heutigen Icon. Relevant sind die Ziele und Bedingungen des betreffenden Zeitpunkts. Erst diese Einordnung macht den Entwurf zu einem nachvollziehbaren Beispiel statt zu einer vermeintlich zeitlosen Vorlage.
Gemeinsamer Kern und lokale Varianten
In einem internationalen Erscheinungsbild müssen nicht alle Elemente identische Farben und Muster besitzen. Wichtig ist eine gemeinsame Grundlage der Wiedererkennung. Bei einem eigenen Unternehmen kann dieses Prinzip auch verschiedene Produktgruppen oder Leistungen verbinden. Die Aufgabe der variablen Elemente muss jedoch beschrieben sein, sonst zerfällt das System leicht in mehrere kleine Identitäten. Farbe und Muster helfen, wenn sie einen klaren Zusammenhang schaffen. Sie sollten nicht nur eingesetzt werden, weil jede neue Anwendung außergewöhnlicher wirken möchte. Gestalterischer Spielraum braucht eine verständliche Grenze, damit Vielfalt und Zugehörigkeit gleichzeitig erkennbar bleiben.
Ein App-Icon benötigt andere Prüfungen
Details, die in einer großen Präsentation deutlich sind, können im kleinen Icon verschwinden. Dort steht das Zeichen zwischen anderen Anwendungen, auf wechselnden Hintergründen und in schnellen Entscheidungssituationen. Prüfe es deshalb in tatsächlicher Größe und realer Umgebung. Bei einer neuen Form muss deutlich werden, was bisherigen Nutzern vertraut bleibt. Die Kommunikation über den Wechsel gehört ebenfalls zur Einführung. Eine logische Designbegründung reicht nicht: Nutzer lesen sie häufig nicht, bevor sie ihr Icon suchen. Eine funktionierende Identität muss diese Begegnung berücksichtigen und nicht ausschließlich die gestalterische Präsentation überzeugend machen.
Ein Icon braucht Tests in verschiedenen Größen.
- Große Präsentation: Details und Gestaltungsidee sind sichtbar.
- Reale Icongröße: Die erkennbare Form wird wichtiger.
- Vertraute Umgebung: Auch zwischen anderen Apps auffindbar bleiben.
Lehren für eigene Veränderungen
Beschreibe vor einem Markenwechsel den Grund, zu bewahrende Elemente und die Reihenfolge der Einführung. Entwickle Proben für Mobilgeräte, Web und Druck. Beurteile Wiedererkennung nicht ausschließlich nach internem Geschmack und schreibe geschäftliche Ergebnisse nicht automatisch der Grafik zu. Ein starkes System unterstützt spätere Materialien. Die Uber-Geschichte bietet damit keine nachzuahmende Logoform, sondern einen Denkansatz zum Zusammenhang von Grundidee, Nutzung und Einführung. Die neue Grafik stellt diese Beziehung dar und reproduziert keine Originalmarkenzeichen. Sie hilft, das Prinzip unabhängig von einer bestimmten Gestaltung auf ein eigenes Projekt zu übertragen.